Presseberichte

Wetterauer Zeitung – Unterstützung für Echzell oder alles nur Schau?

SPD wundert sich, warum die CDU gemeinsamen Antrag für »Grätsche«-Beitritt nicht mittragen will

(en). Die Fraktionen der SPD, der FWG und der Grünen haben zur nächsten Sitzung der Gemeindevertretung (am kommenden Montag) einen gemeinsamen Antrag eingebracht: Die Gemeinde Wölfersheim möge Mitglied im Echzeller Verein »Grätsche gegen Rechtsaußen« werden.Vor allem die SPD wundert sich, warum die CDU nicht zum Mitmachen zu bewegen ist. 

Begründet wird der Antrag damit, dass Wölfersheim selbst unliebsame Erfahrungen mit »intoleranten rechten Aktivitäten« gemacht habe und noch immer drei NPD-Vertreter im Gemeindeparlament »klammheimlich den Rechtspopulismus schüren«. Man wolle, so SPD-Fraktionschef Karl Ernst Pulkert, die Bestrebungen der Nachbargemeinden für gewaltfreien demokratischen Umgang miteinander gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in der gesamten Region unterstützen. 

Darin waren sich die drei Fraktionen einig. Nur die Fraktion der CDU macht nicht mit. Obwohl von Seiten der SPD mehrmals nachgefragt worden sei, habe es keine positiven Reaktionen der CDU gegeben. Für die SPD »drängt sich die Frage auf«, ob die Christdemokraten »eventuell damit liebäugeln, die NPD nach der Kommunalwahl als möglichen Partner einzukalkulieren«. Das wäre »beschämend«, meint Pulkert und erinnert an die frühen 90er Jahre, als die CDU schon einmal eine Zusammenarbeit mit der NPD eingegangen war.

»Warum sonst sträubt man sich so, dem rechten Rand auf die Füße zu treten?«, fragt Pulkert. Die Antwort gibt ihm CDU-Fraktionschef Hermann Ulrich Pfeuffer, der von einem »Schauantrag rechtzeitig vor der Wahl« spricht. Wenn man das beschließe, müsse man sich auch den Linksaußen des politischen Spektrums widmen, und gerade die SPD habe zuletzt diverse Anträge der Grünen auf Unterstützung von Institutionen abgelehnt. Man sei sich im klaren, so Pfeuffer, dass man sich auf »gefährlich dünnem Eis« bewege. 

»Absolut idiotisch« sei freilich die Spekulation Pulkerts, die CDU könne nach der Wahl mit der NPD sympathisieren, »das wird es mit mir nicht geben«. Und Pfeuffer kontert »Wenn die Genossen so etwas ins Gespräch bringen, rechnen sie offenbar mit dem Verlust ihrer absoluten Mehrheit.«. 

© Wetterauer Zeitung 13.10.2010 

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