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NH24.de – Mehrjährige Haftstrafe für Neonazi gefordert

Im Prozess gegen einen Neonazi aus Echzell im hessischen Wetteraukreis hat die Anklage am Montag eine Haftstrafe von sieben Jahren und vier Monaten gefordert. Staatsanwältin Yvonne Vockert sah es nach dem Ende der Beweisaufnahme als erwiesen an, dass sich der 26-jährige Betreiber eines Tätowierstudios des mehrfachen Drogenhandels, der Volksverhetzung, der Beleidigung sowie Verstößen gegen das Waffenrecht und das Kriegswaffenkontrollgesetz schuldig gemacht hat.

Die Verteidigung gab sich am 25. Verhandlungstag vor dem Landgericht Gießen entrüstet über das geforderte Strafmaß. Der Rechtsanwalt des Angeklagten, Jürgen Häller, erklärte in seinem Plädoyer, dass er eine niedrigere Freiheitsstrafe von vier Jahren und fünf Monaten für schuldangemessen halte. Dies gelte nicht nur, da sein Mandant sich weitestgehend geständig gezeigt habe und dank seiner Aussagen insgesamt 23 Ermittlungsverfahren gegen Lieferanten und Abnehmer für Drogen eingeleitet werden konnten. Hinzu komme, dass der Geschäftspartner des Angeklagten, mit dem dieser zusammen zweimal insgesamt 6,5 Kilogramm Amphetamin aus den Niederlanden eingeführt hatte, mit einem deutlich milderen Urteil davon gekommen sei.

Gegen den 27-jährigen Rechtsextremisten aus Echzell wird seit August verhandelt. Er soll laut Staatsanwaltschaft zwischen Ende 2010 und Sommer 2011 in der Wetterau mit chemischen Drogen, vor allem Amphetamin gehandelt haben. Außerdem soll er mehrere Waffen illegal besessen haben, darunter auch zwei vollautomatische Maschinenpistolen.

Der Angeklagte, dem auch Volksverhetzung zur last gelegt wird, soll laut Staatsanwaltschaft in seiner Hofreite in Echzell-Gettenau wiederholt Partys in einem Keller veranstaltet haben, der Ähnlichkeit mit Gaskammern in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern gehabt haben soll. Weitere Punkte der ursprünglichen Anklage, darunter mehrere Fälle von Körperverletzung, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und Verstoß gegen das Kunst- und Urheberrecht waren aus prozessökonomischen Gründen eingestellt worden.

© nh24.de 26.11.2012

 

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