Kreis Anzeiger – Mitwisser führt die Polizei zu den Waffen
Bislang war es ein Prozess gegen einen Waffennarren, der mit Freude auf der Anklagebank über das Kaliber der Einschusslöcher „in der zerballerten Wand“ seines „Schießzimmers“ fachsimpelte und von Autos erzählte, die erst „abgeballert und dann zerschrottet“ wurden. Die Waffen blieben verschwunden, gehörten ihm nicht. Seine letzte Order aus der Untersuchungshaft sei gewesen: „Verschwinden lassen.“ Jetzt ist „die heiße Kiste“ aufgetaucht. Einer muss „gebabbelt“ haben, wie es in der Wetterau so schön heißt.
Die Waffen sind nur eine von vielen „heißen Kisten“ im Prozess gegen den Mann aus Echzell. Drogen und rechtsradikale Tattoovorlagen sind andere. Sieben Anklagen, darunter neben Verstößen gegen das Betäubungsmittel- und das Waffengesetz auch das Verwenden verfassungswidriger Kennzeichen, Volksverhetzung und ein Verstoß gegen das Kunsturheberrechtsgesetz, werden seit Mitte August vor der Siebten Strafkammer des Landgerichts verhandelt.
Staatsanwältin Yvonne Vockert glaubt dem 27-Jährigen nicht, seit seiner Festnahme vor rund eineinhalb Jahren nicht zu wissen, wo der Koffer mit Revolver, Maschinenpistole und Schießkugelschreiber abgeblieben war. Der Angeklagte behauptet, „immer wieder nachgebohrt“ zu haben, aber die Freunde, die sich darum gekümmert hätten, „haben kein Sterbenswörtchen gesagt“.
Der, der wusste, wo die Waffen sind, hat die Polizei schließlich hingeführt. Als dieser Zeuge und ein weiterer Freund des Angeklagten nach dessen Festnahme noch nicht zu Ende überlegt hatten, wohin mit Revolver und Maschinenpistole, waren „da schon überall unsere Fingerabdrücke drauf“ und ein eigenes Interesse da, „die Dinger verschwinden zu lassen“. Zunächst unter einer Betonplatte im Garten der Großmutter des Zeugen. Später, als sich die Suchaktionen von Polizei und Staatsanwaltschaft häuften, habe er, „der Dumme, der am Ende alles am Bein hatte“, den Koffer auf dem Dachboden seiner Eltern versteckt. Er sei in Panik gewesen und habe „einfach nicht daran gedacht“, die Waffen im See zu versenken oder zu verbrennen. Ganz offensichtlich hat sich der 24-Jährige die Finger aus Freundschaft zum Angeklagten dreckig gemacht und genauso offensichtlich ist die Ehrfurcht vor dem Mann, dem es so leicht gefallen war, Leute um sich zu scharen, immer noch da. Wie sonst ist es wohl zu erklären, dass der Zeuge Fragen beantwortet, mit denen er sich selbst belastet, obwohl er das nicht muss. Und ins Stocken gerät, wenn er glaubt, seine Antwort belaste den anderen.
Den 27-Jährigen bewundert – „Wie das alles lief, mit den Partys bei ihm zu Hause, dem Tattoostudio, den vielen Freunden“ – hat auch ein Drogenlieferant des Echzellers. Auch er musste gestern aussagen, nachdem er mittlerweile selbst rechtskräftig wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt worden ist. Drei Fahrten in die Niederlande hatten die beiden im Sommer 2011 gemacht. Am 7. Juli waren sie festgenommen worden. Seitdem spricht jeder dem anderen die Haupt- und sich selbst die Nebenrolle zu, wenn es um die Geschäfte mit Amphetamin und Marihuana geht. Die Freundschaft ist kaputt. Die beiden stritten selbst im Gerichtssaal darüber, wer damals zuerst „gebabbelt“ hat. Der Prozess wird am 20. November fortgesetzt.
© Kreis Anzeiger 8.11.2012
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