Taktischer Wechsel bei »Grätsche gegen Rechtsaußen«
Die Mitglieder der »Grätsche gegen Rechtsaußen« haben einen neuen Vorstand. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung wurde Manfred Linss als Vorsitzender gewählt.
Die bisherige Vorsitzende Olivia Bickerle wird Stellvertreterin. Frank Stulz ist Kassenwart, Michael Bruder Pressereferent. Die Kassenprüfer sind Ilona Christoph und Peter Bickerle. Martina Schubert bleibt Schriftführerin.
Neben einer erfreulichen Mitgliederentwicklung (15 neue Mitstreiter) beleuchtete man die Projekte des vergangenen Jahres. Sehr erfolgreich sei die Lesung und Filmvorführung des Buchs »Der Junge im gestreiften Pyjama« von John Boyne gewesen, für die der Verein Wulf Hein als Referenten gewinnen konnte. Das Festival »Gemeinsam gegen Rechtsaußen« habe gezeigt, wie viele Menschen sich über politische und religiöse Unterschiede hinweg für eine gemeinsame Sache solidarisieren können. Ein Dank an alle Helfer und Unterstützer schloss sich an.
»Ein wenig stolz sind wir schon«, sagte Bickerle während der Sitzung. Im Vorjahr habe der Verein mit »best2011« (Hessischer Jugendring) und »Aktiv 2011« (Bündnis für Demokratie und Toleranz) zwei Preise gewonnen, die »uns bestärken, mit unserer Arbeit weiterzumachen«.
Eine weitere Ehrung habe der Verein mit einer Einladung zur Gedenkveranstaltung für Opfer rechtsextremer Gewalt in Berlin erhalten, bei der Manfred Linss Bundespräsident Joachim Gauck persönlich kennenlernen durfte.
In diesem Jahr will die »Grätsche« neben der Teilnahme am Echzeller Kirchplatzfest, wieder eine Lesung veranstalten. Außerdem gibt es am 30. September eine Bildungsfahrt zur Gedenkstätte Buchenwald, an der auch Nicht-Mitglieder teilnehmen können. Weitere Projekte seien in Planung, aber zum Zeitpunkt der Versammlung noch nicht abschließend beschlossen.
»An Demo in Lollar teilnehmen«
Der Verein hat dazu aufgerufen, am Samstag an der Demonstration in Lollar teilzunehmen. Dort und in anderen Orten im Landkreis Gießen waren in jüngster Zeit immer wieder Nazi-Schmierereien auf jüdischen Friedhöfen zu beklagen. Zudem tauche seit mehreren Jahren eine Clique junger Nazis aus dem Kreis Gießen und dem Vogelsberg bei diversen Veranstaltungen auf. »Es wird Zeit, auf die Nazis vor Ort aufmerksam zu machen. Wir fordern die Bewohner der Region dazu auf, sich den Nazis, aber auch dem alltäglichen Rassismus entgegenzustellen«, so der neue Vorsitzende Linss.
© Wetterauer Zeitung 10.04.2012


